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10.02.2020 13:35 Alter: 55 Tage
Kategorie: T-A-Nord e.V.

"Fit für die Berufswelt von morgen"

Auszug aus dem IHK-Magazin | Februar 2020


3D-Druck, Additive Fertigungsverfahren, IT-gestützte Anlagenänderung? Technische Fachkräfte sind gut beraten, in diesen Bereichen auf dem Laufenden zu bleiben. Genau dazu soll ein Projekt der in Kiel ansässigen Technischen Akademie Nord (TAN) beitragen. 

Gemeinsam mit Partnerorganisationen in Estland, Lettland und Litauen hat die TAN es unter dem Stichwort „4Change“ auf den Weg gebracht. Das Ziel: CNC-Fachkräfte von morgen fit für die Digitalisierung machen. Anlagenmechaniker, Industriemechaniker, Mechatroniker oder auch Zerspanungsmechaniker gehören zu den Berufsgruppen, die künftig mehr denn je mit der Digitalisierung befasst sein werden. Seit Jahrzehnten schon wird zwar in der Fertigung mit computergesteuerten Maschinen gearbeitet, vor dem Hintergrund der Digitalisierung verändern sich hier jedoch die Anforderungen an Produktionsprozesse und die dahinterstehenden Menschen teilweise rasant.

„Um diese Veränderungen in die berufliche Bildung zu integrieren, haben wir als erste von vielen Ideen ein Ausbildungskonzept zum 3D-Druck ausgearbeitet”, berichtet Katja Buhs, Geschäftsführerin der TAN. Herausgekommen ist dabei ein nicht nur ein lehr-, sondern auch nach IHK-Standard prüfbares Bildungsmodul zur Additiven Fertigung. Damit ist ein Prozess gemeint, bei dem auf der Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten durch das Ablagern von Material schichtweise ein Bauteil geschaffen wird. Innerhalb von ein paar Wochen haben Azubis vom CAD, dem computergesteuerten Zeichnen, bis letztlich zum eigentlichen 3D-Druck alles gelernt, was zur Additiven Fertigung wichtig ist. Die ersten beiden Durchgänge waren nach Angaben von Projektleiterin Isabella Sommer noch Probeläufe, beim dritten Mal sei das Ergebnis aber „ziemlich perfekt“ gewesen. Und wozu sollte man so etwas überhaupt können? „Damit vor allem kleine und mittelständische Betriebe wettbewerbsfähig bleiben“, betont Katja Buhs. Höchst interessant ist nach ihren Worten die Additive Fertigung beispielsweise, um Ersatzteile standortunabhängig auszudrucken.

Gewissermaßen serienreif konnte das Modul entwickelt werden, weil die IHK per Teilnovellierung ohnehin eine Reihe von prüfbaren Zusatzqualifikationen für Metall- und Elektroberufe aufgenommen hat. Vor diesem Hintergrund soll es bei der TAN mit dem jetzigen Baustein nicht getan sein. In ähnlicher Weise sollen vielmehr weitere Unterrichtskonzepte, etwa zum Thema Programmierung oder auch zur Prozess- und Systemintegration, geschnürt werden. Das geschieht dann allerdings nicht mehr unter dem Dach des nach drei Jahren abgeschlossenen Projekts „4Change“. Dranbleiben am Thema will die TAN trotzdem. In den nächsten Projekten will sie zeitlich befristet kostenfreie Schulungen und Module sowohl für Ausbildungsverantwortliche als auch für Auszubildende anbieten. 

 

Autor: Martin Geist

Freier Journalist

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