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MINT4girls in der Gemeinschaftsschule Kronshagen - Mädchen an Tablet
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MINT4girls – das Mädchen-MINT-Projekt

Ein Überblick

Das nationale MINTforum hat mit seinem MINT Nachwuchsbarometer 2021 festgestellt, dass sich die genderspezifische Fächerwahl seit Jahren kaum verändert.

In den Fächern Physik und Technik dominieren auch in diesem Jahr weiterhin die Jungen. Physik wird als Leistungskurs nur zu 25 % von Schülerinnen gewählt. Eine MINT-Ausbildung machen sogar nur 11 % der Mädchen. Und ein ingenieurwissenschaftliches Studium beginnen ebenfalls nur zu 25 % Studentinnen.

Doch so bedrückend sieht es nicht überall aus: Bei naturwissenschaftlichen Wettbewerben überholten die Schülerinnen mit 53 % erstmalig seit Beginn derartiger Wettbewerbe die Jungen mit 47 %. Die Siege erringen auffälligerweise über alle Wettbewerbe hinweg aber noch immer mehr männliche Teilnehmer.

Beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“, bei dem Jugendliche ihre eigenen Forschungsprojekte einreichen, liegt der Mädchenanteil bei knapp unter 40 %. Trotzdem sind weitere Anstrengungen nötig, um mehr weibliche Teilnehmerinnen für das Format des Forschungswettbewerbs zu begeistern.

Das Projekt MINT4girls

MINT4girls richtet sich speziell an Schülerinnen der 8. und 9. Klassen an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. In Schleswig-Holstein gab es bisher kein Angebot in der MINT-Bildung für Mädchen. Gemeinsam mit unseren Partnern und Partnerinnen hat die TAN ein Projektprogramm entwickelt, um die große Lücke in der Förderung für Mädchen im MINT-Bereich zu schließen.

Unsere Angebote sollen gezielt nicht in der Freizeit angesiedelt werden. Dementsprechend werden die Zeiten genutzt, die schulseitig für Berufsorientierung und Projekte vorgesehen sind: Auf diesem Wege werden alle Schülerinnen erreicht.

Die Bausteine des Projektes

Die Angebote sind modular in kompakter Form auf ein Schuljahr verteilt und bilden einen in sich geschlossenen Rahmen. Dabei gibt es mehrere Bausteine:

  • Vorbereitungstag: Hier geben wir unser Bestes, die Schülerinnen für MINT4girls zu begeistern und damit zur Teilnahme zu motivieren. Die Mädchen erhalten einen Überblick über die Vielfalt an MINT-Berufen und über das Projekt. In gemeinsamen Diskussionsrunden können sie ihre bisherigen Kenntnisse zu MINT-Berufen einbringen und sich austauschen.
  • Teambuilding: Vertrauen aufbauen, Gemeinschaftsgefühl stärken, gegenseitige Wahrnehmung schärfen, Kreativität fördern, Außenseiterinnen mit ins Boot holen und Motivation steigern. Teambuilding ist bekannterweise für viele Dinge ein erster und wichtiger Grundstein! Die Mädchen sollen sich in Gruppenworkshops gegenseitig kennenlernen.
  • Projektwoche: Die Schülerinnen lernen in einer intensiven Woche die unterschiedlichsten Aspekte und Möglichkeiten der MINT-Bereiche und MINT-Berufe kennen. Dabei erhalten sie einen Einblick in die MINT-Arbeitswelt in Unternehmen und die MINT-Optionen an Hochschulen. Wir besuchen Orte wie die Gebrüder Friedrich Werft, das Kieler Maschinenmuseum oder das Küstenkraftwerk der Stadtwerke Kiel. Die Mädchen lernen die Arbeit und den Umgang mit 3D-Druck und Virtual Reality im Maker Space des Offenen Kanals sowie die Metallbearbeitung im Ausbildungszentrum der TAN kennen. Außerdem werden ihnen auch Frauen vorgestellt, die eine erfolgreiche MINT-Laufbahn eingeschlagen haben. Während der Projektwoche begleitet die Schülerinnen auch das Thema Empowerment, um eigene Lebenswege selbstbestimmt gestalten zu können.
  • Einleitung und Begleitung der Praktikumswochen: Zu Beginn des Projektes erhalten die Schülerinnen eine Liste mit Praktikumsstellen aus NORDMETALL- und AGV Nord-Betrieben und weiteren Unternehmen aus verschiedenen Bereichen in Kiel. Sie bekommen Unterstützung bei der Auswahl des jeweiligen Wunschpraktikums, der Unternehmensansprache und ihrer Bewerbung. Zusätzlich nehmen die Mädchen in der Projektwoche an einem Bewerbungstraining mit dem Schwerpunkt Selbstmarketing in der TAN teil. Das Praktikum findet im schulischen Rahmen statt und wird von den Lehrkräften begleitet, mit denen wir im Kontakt stehen.
  • Abschließender Workshop: Nach dem Praktikum haben die Mädchen im Abschlussworkshop die Möglichkeit, von ihren Erfahrungen und Erlebnissen zu erzählen. Sie reflektieren Gelerntes und erarbeiten gemeinsam, was mögliche Zukunftsstrategien in Zusammenhang mit ihrer beruflichen Laufbahn sind.

Was ist für die Zukunft geplant?

Das Pilotprojekt in diesem Jahr 2021 soll in ein andauerndes Angebot an Schulen in modularer Form münden und Bestandteil der schulischen Bildung im Bereich Berufsorientierung werden. Dafür werden die Zahlen der teilnehmenden Schulen, Schülerinnen und Unternehmen dokumentiert.

MINT4girls ist im August 2021 gestartet

Mittlerweile hat das Projekt an den vier teilnehmenden Schulen gestartet. Die Schülerinnen hatten beim Infotag die Gelegenheit, Dinge zu erfinden, die sie sich für ihren Alltag wünschen würden.

So erfand eine Schülergruppe der Gemeinschaftsschule Kronshagen eine App namens „I Holo“. „Warum nicht etwas real werden lassen, was man nur aus Filmen kennt?“, sagte eines der Mädchen. „Wenn man Verwandte lange nicht gesehen hat, kann man sie über ein Hologramm, das über dem Handybildschirm erscheint, als dreidimensionales Bild sehen.“ Zudem könnte die App mit einer Virtual Reality Brille verknüpft werden, die zumindest indirekt auch eine Umarmung möglich macht.

Auch an den anderen Schulen sind viele spannende Erfindungen enstanden: Eine Smartwatch, die verlorene Gegenstände orten kann, ein fliegender Transportsessel, der einen gemütlich von zu Hause in die Schule bringt bis hin zu einer Haarfärbe-Pille, durch die man die gewünschte Haarfarbe bekommen kann – „Garantiert ohne Ansatz“.

Natürlich haben wir auch hier das Thema MINT nicht außer Acht gelassen. Bei einer Präsentation mit der Frage „Wo befindet sich hier MINT?“ waren die Schülerinnen erstaunt darüber, wie viel MINT uns im Alltag begegnet.

Durch die kreativen Aufgaben am Infotag erhielten die Mädchen somit einen ersten Eindruck davon, was das Projekt MINT4girls bietet. Das Fazit einer Schülerin machte dies deutlich: „Spannend!“, sagte sie begeistert.

Bei offenen Fragen melden Sie sich gerne bei unserer Projektkoordinatorin Angela Hauschildt per Telefon unter 0431 339 37 – 22 oder per E-Mail an mint4girls@t-a-nord.de.

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