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Weiterbildungsanbieter: Auswirkungen durch die Corona-Pandemie

Vom 30. Juni bis zum 9. August 2020 wurden rund 17.500 Anbieter beruflicher oder allgemeiner Weiterbildung dazu eingeladen, den Fragenbogen zum Themenschwerpunkt „Corona – Auswirkungen auf Weiterbildungsanbieter“ sowie zu Wirtschaftsklima, Leistungen und Strukturen online zu beantworten. Die gewichteten und hochgerechneten Ergebnisse basieren auf den Angaben von 1.925 Einrichtungen mit gültiger Umfrageteilnahme.

Inhaltsverzeichnis
  1. Auswirkungen auf das Weiterbildungsangebot
  2. Inanspruchnahme von staatlichen Hilfen
  3. Auswirkungen beim Personal der Weiterbildungsanbieter
  4. Belastung des Weiterbildungspersonals
  5. Die Situation an der TAN

Auswirkungen auf das Weiterbildungsangebot

Vor Beginn der Pandemie wurden Weiterbildungen größtenteils im Präsenzformat angeboten. Digitale Weiterbildungsformate waren vergleichsweise gering verbreitet. So mussten innerhalb kürzester Zeit Wege gefunden werden, um die Weiterbildungen in den virtuellen Raum zu verlagern.

Mit Eintritt des ersten bundesweiten Lockdowns im März 2020 konnten durchschnittlich nur 4 von 10 Anbietern, also 40 %, ihre laufenden Lehrveranstaltungen fortsetzen. 31 % davon waren ursprünglich als Präsenzveranstaltung oder Veranstaltung mit teilweiser Anwesenheit der Teilnehmenden geplant – diese konnten kurzfristig auf reine Onlineveranstaltungen umgestellt werden.

Etwa jede 10. noch nicht abgeschlossene Veranstaltung konnte ohne Änderung des Formats durchgeführt werden, da es sich bereits um Onlinelehre handelte. Trotzdem musste die Mehrheit aller Veranstaltungen unterbrochen oder vorzeitig beendet werden, weil die Umstellung auf virtuelle Formate kurzfristig nicht möglich war.

Davon waren vor allem Volkshochschulen betroffen – 53 % der Seminare mussten abgebrochen und vorzeitig beendet werden.

Berufliche Schulen und Fachhochschulen oder Akademien hatten hingegen noch Glück: Ihre Veranstaltungen konnten am ehesten von Präsenz- auf reine Onlineveranstaltungen umgestellt und somit fortgeführt werden.

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Inanspruchnahme von staatlichen Hilfen

Insgesamt beantragten seit März 2020 mehr als die Hälfte der befragten Weiterbildungsanbieter – und zwar 55 % – staatliche Hilfen. Dabei ging es vermehrt um die Unterstützung in Form von Kurzarbeitergeld und Soforthilfen. Insbesondere beantragten privat-kommerzielle sowie privat-gemeinnützige Anbieter die entsprechenden Leistungen. Am wenigsten wurden sie dagegen von (Fach-)Hochschulen beziehungsweise Akademien und beruflichen Schulen genutzt.

Auswirkungen beim Personal der Weiterbildungsanbieter

Seit Anfang April 2020 wurde von Unternehmen Kurzarbeit genutzt, um vorübergehende Arbeitsausfälle der Mitarbeitenden überbrücken zu können. 17 % des Personals hat bezahlte Freistellung oder Sonderurlaub zur Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Personen in Anspruch genommen.

Zudem führten viele der Weiterbildungsanbieter räumlich oder zeitlich flexiblere Arbeitsmodelle ein oder weiteten diese in ihren Unternehmen aus.

56 % der Anbieter setzten seit Mitte März 2020 auf die Möglichkeiten der ortsunabhängigen Formen des Arbeitens. Dazu zählen mobiles Arbeiten oder die Arbeit im Home Office. Somit unterstützten 84 % der Weiterbildungsanbieter zumindest zeitweise oder für bestimmte Personengruppen die mobilen Arbeitsformen. Zusätzlich wurden von 80 % flexible Arbeitszeitmodelle wie beispielsweise Gleitzeit angeboten.

Belastung des Weiterbildungspersonals

Die Corona-Pandemie ist für viele Menschen dieser Welt eine große Belastung. Dementsprechend fiel auch die Umfrage in diesem Bereich aus: 81 % der Weiterbildungsanbieter gaben an, dass eine hohe psychische Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter auch Honorarkräfte, zu sehen war. Ein Drittel der befragten Personen berichtete sogar von Ängsten vor Arbeitsplatzverlust bei vielen Angestellten.

Gerade für Honorarkräfte gab es schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen, denn viele von ihnen gehen ihrer Beschäftigung in der Weiterbildung als Haupterwerbstätigkeit nach. Demzufolge sank die Zahl der selbständig Lehrenden bei zwei Dritteln der Weiterbildungsanbieter gegenüber dem Vorjahr 2019. Volkshochschulen berichteten mit 81 % am häufigsten von einer negativen Entwicklung des Honorarpersonals.

Weitere Ergebnisse sowie Grafiken können Sie hier der Umfrage entnehmen.

Die Situation an der TAN

Auch die TAN hat sich an der Umfrage zu den Auswirkungen durch die Corona-Pandemie beteiligt. Bei uns konnten bereits laufende Weiterbildungsangebote in Präsenz weitestgehend und ohne größere Ausfälle auf Onlineformate umgestellt werden. Wir veranstalteten Schulungen zur Nutzung virtueller Räume und dementsprechender Methodenkompetenzen. Zudem führten wir erste Tests in Form von hybriden Lehrformen durch: Dabei war ein Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort und der andere Teil wurde online zugeschaltet.

Ebenfalls konnte die Kurzarbeit bis auf wenige Ausnahmen vermieden werden. Dies gelang uns, indem entsprechende Aufgaben anders verteilt und organisiert wurden. Zusätzlich wurde konzeptionell an neuen Themen gearbeitet: Auszubildende, die gewöhnlich nur zur fachpraktischen Unterweisung in unser Ausbildungszentrum kamen, wurden online betreut.

Die Arbeitsorganisation innerhalb der TAN wurde auf Hybridformate umgestellt: Die Kolleginnen und Kollegen arbeiteten abwechselnd im Home Office und vor Ort, damit sich nur eine geringe Anzahl von Personen gleichzeitig in den Büroräumen aufhielt. Bei wem es möglich und gewünscht war, konnte auch überwiegend im Home Office gearbeitet werden. Derzeit kann nach Absprache und in den Möglichkeiten der betrieblichen Abläufe das Arbeiten im Homeoffice weiterhin genehmigt werden.

Mit der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass langfristige Lehrgänge mit schwierigen Inhalten zurückhaltend gebucht werden. Wir nehmen den vielfachen Wunsch nach Präsenzlehre nach den jeweils aktuellen Vorschriften auf, denn gerade in diesem Jahr erkennen wir eine gewisse „Onlinemüdigkeit“ bei den potenziellen Teilnehmenden.

Techniker werden bei der TAN

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Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung und Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen e.V.

Christ, Johannes; Koscheck, Stefan; Martin, Andreas; Ohly, Hana; Widany, Sarah: Auswirkungen der Coronapandemie auf Weiterbildungsanbieter. Ergebnisse der wbmonitor Umfrage 2020. Bonn 2021

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